交配kōhai

Black Zeus, Kujaku und die Milch der Männchen

Sortieren mit Shigeru, Folge 2. Wie aus Ausschuss ein White Monkey wurde, warum Shigeru es mit Black Zeus ein zweites Mal versucht und wann er künstlich und wann natürlich verpaart.

Ernte am Mudpond, September 2026. Foto: Naoto.

In der ersten Folge hat Shigeru erzählt, wie aus einem Sakai-Karashi-Weibchen und drei Männchen von Maruhiro die Botan-Linie entstand und daraus der Yellow Monkey. Wir saßen noch immer an derselben Schüssel, und ich wollte wissen, wie es danach weiterging. Denn aus einer einzigen Verpaarung kommen bei diesen Linien die verschiedensten Farben, von Schwarz bis Weiß.

Sortieren mit Shigeru #2, Dainichi Koi Farm, September 2026. Englisch gesprochen, mit deutschen Untertiteln.

Eine Familie, viele Farben

Die Namen folgen den Farben. Der Yellow Monkey ist ein Ginrin Karashi, der Brown Monkey ein Chagoi, der White Monkey ein weißer Karashi. Warum dann die silbergrauen Fische aus derselben Familie nicht Gray Monkey heißen, sondern umständlich Ginrin Soragoi? Ich muss den langen Namen schließlich jedes Mal ins Zertifikat schreiben. Shigeru hat eine einfache Antwort: Es sind zu wenige. Einen eigenen Namen bekommt eine Linie erst, wenn sie genug Fische bringt.

shiro白

Was früher Ausschuss war

Mit dem White Monkey ist es eine besondere Geschichte. „Früher habe ich alles Weiße weggeworfen“, sagte Shigeru. Weiß galt nicht als Farbe, weiße Fische waren Ausschuss. Dann kamen in einigen Mudponds große Tiere heraus, Yellow Monkey, Chagoi, braun und weiß, und dazwischen ein Weiß, das anders war: ein tiefes, milchiges Weiß mit Ginrin. Shigeru fand das interessant, verkaufte ein paar davon, und die Leute mochten sie. Seitdem behält er sie.

Mich erinnert das an die schönen Platinum-Linien von früher. Eine wirklich gute metallische Platinum-Linie gibt es heute kaum noch, und ein weißer Karashi kommt dem vielleicht am nächsten. Einige Fische aus der weißen Linie haben bei uns etwas ganz Seltenes gezeigt: Der Fisch ist weiß, nur der Schild jeder Schuppe wird bräunlich oder grau, rundherum sitzt eine feine schwarze Linie. Ich hatte nur zwei oder drei davon, und sie sahen verrückt schön aus.

„Früher habe ich alles Weiße weggeworfen.“

Shigeru Mano

Black Zeus, zweiter Anlauf

Die nächste Generation aus der Botan-Linie heißt Black Zeus: Aragoke, glänzend, Doitsu und Ginrin zugleich, ein ungewöhnlicher Fisch, für den es eigentlich keinen Namen gibt. Den ersten Versuch hat Shigeru schon vor sechs Jahren gemacht und dann aufgehört, weil es so schwierig war. Die Kunden, die damals Black Zeus gekauft hatten, zogen sie groß, und nach vier, fünf Jahren zeigten die Fische, was in ihnen steckte. Auf einmal fragten viele nach: Hast du noch Black Zeus? Er hatte keine mehr. Also versucht er es noch einmal.

Diesmal nimmt er als Mutter den großen weißen Doitsu, von dem in der ersten Folge die Rede war, über 93 Zentimeter und mit einem sehr guten Körper. Der Yellow Monkey ist bei dieser Verpaarung nicht dabei.

Wie sehr sich diese Fische verändern, habe ich in unserer Anlage am Brown Monkey gesehen. Shigeru sortierte gerade den Typ B mit etwas größeren Schuppen. Vor dem Filmen hatte er schwarze und glänzende Tiere in zwei Becken getrennt, und aus den schwarzen waren inzwischen gelbbraun glänzende geworden. Bei unseren wurde als Nisai der Kopf graublau-schwarz, und auch der Nacken bekam einen rostig-schwarzen Ton.

Im Haupthaus schwimmt außerdem ein großer Yamabuki, ebenfalls aus der Kinmatsuba- und Botan-Linie von Dainichi. Ob er für einen Aragoke oder für mehr metallischen Glanz eingesetzt wird, ist noch offen. „Weiß ich noch nicht“, sagte Shigeru. „Gefällt mir.“

Ein Mann zieht am Ufer eines Mudponds das Netz ein, im Gegenlicht
Das Netz wird eingeholt, September 2026. Foto: Naoto.
kujaku孔雀

Die Kujaku und ihre Geschichte

Im Gewächshaus schwimmt auch ein großer Kujaku mit viel Volumen. Er stammt nicht aus Shigerus eigener Zucht, sondern von Konishi. Kujaku hat Shigeru früher selbst gemacht, aber kaum eine Varietät ist so schwer: Körperform, Volumen, metallischer Glanz, Muster und die Matsuba-Zeichnung der Schuppen, alles muss gleichzeitig stimmen.

Mir fiel dazu eine Geschichte ein, die ich Shigeru erzählt habe und die er selbst nicht kannte. Vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren gab es in Hiroshima einen Züchter namens Yamada, der ganz besondere, wunderschöne Kujaku machte. Als er die Farm aufgab, gingen seine Mudponds und Elterntiere, so habe ich es in Erinnerung, an Konishi, und von dort kamen einige Fische zu Omosako, der danach selbst Kujaku zu züchten begann. Auf Konishis Erntefotos sieht man im Hintergrund noch den alten Herrn Yamada, wie er hilft, seine früheren Teiche abzuernten.

Was Shigeru mit dem Kujaku vorhat? Große weiße Weibchen mit Yellow Monkey und Kujaku kreuzen, denn die beiden unterscheiden sich im Glanz. Der Yellow Monkey hat Ginrin, aber keinen Glanz. Der Kujaku glänzt. Herauskommen soll etwas Neues: Doitsu und Ginrin zugleich, dazu ein glänzender Farbton. Leicht wird das nicht. „Einfach probieren“, sagte er.

50 %

seiner Verpaarungen macht Shigeru heute künstlich, die andere Hälfte natürlich.

7 ×

wird ein Männchen bei natürlicher Verpaarung in rund 50 Tagen Laichzeit eingesetzt.

93 cm

misst der weiße Doitsu, mit dem Shigeru Black Zeus neu aufbaut.

Künstlich oder natürlich

Zum Schluss ging es um die Frage, wie die Fische überhaupt zusammenkommen. Ich kenne sehr unterschiedliche Wege. Von Omosako weiß ich, dass er früher die Eier eines Weibchens in fünf oder sechs Portionen teilte und jede Portion mit der Milch eines anderen Männchens befruchtete, damit er genau wusste, welcher Mudpond von welchem Vater stammt. Sakai verpaart einzeln, ein Männchen mit einem Weibchen. Dainichi dagegen galt für mich immer als eine der großen Farmen, die eher natürlich verpaaren, mit zwei oder drei Männchen.

Das stimmt so nicht mehr ganz. Heute ist es halb und halb, manchmal ein einzelnes Männchen, manchmal zwei oder drei, mal künstlich, mal natürlich. Meine Vermutung, dass er die wichtigsten Linien künstlich verpaart, um die Abstammung sicher zu kennen, wies Shigeru zurück. Er entscheidet im Moment, nach Gefühl, je nach Weibchen und je nach Männchen. Künstlich nimmt er nur kleine Männchen.

Und dann ist da die Milch. Ein Männchen kann bei natürlicher Verpaarung in einer Saison etwa siebenmal eingesetzt werden, künstlich auch mehr als zehnmal, aber nur, wenn genug Milch kommt. Manchmal kommt beim zweiten Mal nichts mehr, selbst bei einem wirklich guten Männchen. Dann wartet man eine Woche, füttert viel, versucht es noch einmal. „Die Milch ist sehr wichtig“, sagte Shigeru. „Ohne viel Milch geht es nicht.“

Das Sortieren selbst ist bei Kawari übrigens anstrengender als bei Gosanke. Es gibt kein Muster, an dem sich das Auge festhalten kann, und die Körperform ist bei den Jungfischen schwer zu erkennen. Es braucht viel Kraft und viel Augenarbeit, den richtigen Fisch zu finden. Da waren Shigeru und ich uns einig.

Weiter mit Shigeru

In der letzten Folge geht es um die Frage, die über allem steht: Körper oder Muster? Dazu ein Grand Champion für 50.000 Yen, mein grüner Fisch von Maruhiro und warum sich Ginrin Showa nicht rechnet.

Shigeru an der Schüssel mit Kescher und Zähler
Shigeru beim Sortieren, September 2026.